Panik und emotionale Krisen

Hallo meine Lieben,

das Ende rückt mit riesigen Schritten näher, heute in zwei Wochen sind wir wieder zuhause. Im Büro gibt uns keiner mehr Aufgaben, das heißt ich kann die Zeit nutzen um Bewerbungen zu schreiben, an meiner Masterarbeit zu arbeiten und Französisch zu lernen – und vor allem um sehr viel mit den lieben Kollegen zu quatschen. Außerhalb des Büros geraten wir alle in Freizeitstress und Panik vor der Zukunft. Wir suchen fast alle einen Job, haben alle bis auf eine das Angebot in Heidelberg zu arbeiten abgelehnt und haben noch nichts gefunden, was wir stattdessen machen könnten. Dabei haben wir immer weniger Zeit uns um die Zukunft zu kümmern, weil wir jetzt mit allen Kollegen noch etwas unternehmen wollen und Last-Minute-Einkäufe machen. Immer diese Sachen, für die man am Anfang noch so viel Zeit hatte und dann keine mehr… Unsere zwei Dutchies sind jetzt im Urlaub und kommen auch wirklich ganz knapp vor unserem Rückflug wieder. Von denen sehen wir also nicht mehr viel. Sonia hat sich im Office schon von allen verabschiedet, weil sie den letzten Tag, den sie im Büro sein sollte, eher bei der FRRO verbringen wird. Heute gehen wir einkaufen, wenn Daniela noch rechtzeitig aufwacht und dann kommen Freunde zum Reibekuchen kochen vorbei – einer von unseren Kollegen steht seit seiner Zeit in Deutschland voll auf Reibekuchen und will die schon lange mal machen. Morgen bin ich bei Anu, Montag kommen Anu und Menakshi, Dienstag Kino, Mittwoch FRRO und Dinner mit Kollegen, die auch vor unserem Abschied in den Urlaub fahren, Donnerstag ist noch frei, Freitag wollen wir Arun und Priyanka noch zum Essen einladen, Samstag Cricket, Sonntag Brunch im Leela und Kaffeeklatsch mit Kollegen, Montag Pondi, Dienstag weiß ich noch nicht sicher, Mittwoch fällt mir gerade nicht ein, Donnerstag letzter Tag im Office und vermutlich Dinner mit den Managern, auf das wir alle keine große Lust haben, Freitag Rückflug.

Gestern hatten wir unsere letzte Stunde Deutschunterricht und es wurde noch sehr rührend. Isabel und ich haben ein Geschenk bekommen und alle haben sich nochmal bedankt, einige wollen sogar die Prüfung machen und ich hoffe sehr, dass sie das schaffen. Anschließend sind drei Mädels noch zurückgeblieben, um  noch ein paar Fotos zu machen und dann fängt die eine an zu reden – wie toll unser Unterricht war, so gute Lehrer hatte sie noch nie, das ist das erste Mal, dass sie wirklich Kontakt zu den Interns hatten, etwas über deutsche Kultur gelernt haben und sie fanden es so toll auch über uns persönlich etwas zu erfahren und uns kennenlernen zu können… Wenn wir mal wieder nach Chennai kommen, sollen wir uns melden und dann machen wir ein großes Get-Together. Das kam so aus dem tiefsten Herzen, man hatte den Eindruck, das musste einfach mal gesagt werden. Isabel hat angefangen zu weinen und ich habe auch extrem mit den Tränen gekämpft. Das war schon wahnsinnig emotional. Am Ende bekommen die alle noch eine dicke Umarmung, auch wenn sie dann vor Schock in Ohnmacht fallen! Auf die noch kommenden Abschiede freue ich mich gar nicht, aber zum Glück sehen wir ja einige in Deutschland wieder und andere bewerben sich gerade.

Aber natürlich freue ich mich auch auf zuhause – Trinkwasser zuhause, nicht so schwül, keine stinkenden Abflussrohre, kein Chennai Traffic, meine eigenen Klamotten und natürlich alle Leute, die ich jetzt schon wieder viel zu lange nicht gesehen habe.

Bis ganz bald also!

5.8.17 07:51

Letzte Einträge: Nachtrag und neuer Wahnsinn, 🙈🙈🙈🙈🙈, Endspurt

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