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Schande über mein Haupt, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Ich war zwei Wochenende hintereinander zuhause, was nicht heißt, dass es ruhig gewesen wäre. Wir hatten einen Sushiabend, der zu einer Party ausgeartet ist, haben noch mehr Leuten das Schwimmen beigebracht, eine offizielle Party, die vom Complex Manager gecrasht wurde und weitere lange Sitzungen bei der FRRO.

Die guten Neuigkeiten zuerst, wir haben unsere Residential Permit und dürfen jetzt ganz offiziell bleiben, nur leider auch ohne Genehmigung der FRRO nicht mehr ausreisen. Wir haben zwar schon jede Menge Horrorgeschichten von Leuten gehört, die aus den bescheuertsten Gründen nicht mehr ausreisen dürfen, aber im Grunde gibt es keinen Anlass zu glauben, dass wir da Probleme bekommen werden.

Seit wir hier sind haben wir Spaß dabei das Walross zu beobachten – einen ziemlich dicken älteren Inder, der gerne im Pool plantscht, ziemlich speziell schwimmt und sich gerne mit dem Gesicht nach unten im Wasser treiben lässt. Als wir vor nun fast drei Wochen Arvind das Schwimmen beibringen wollten, mussten wir leider bemerken, dass das kein Einzelfall ist, sondern die offizielle Art hier zu schwimmen. Stellt euch Kraulen vor, aber anstatt die Beine unter Wasser zu lassen, ziehen die Leute hier sie bis an den Hintern an und platschen dann einmal richtig schön auf das Wasser, was natürlich gewaltig spritzt und ehrlich gesagt ziemlich anstrengend ist. Unser lieber Freund Tangaraj, der seiner eigenen Aussage nach Schwimmen kann, kam in den Pool und wollte uns zeigen, wie gut er schwimmt. Das hatte zur Folge, dass Daniela und ich uns ziemlich schockierte, verstohlene Blicke zugeworfen haben und unser Besten geben mussten, um ihn nicht merken zu lassen, was wir denken. Auch konnte er sich nicht auf dem Rücken treiben lassen, sondern hielt die umgekehrte Version für völlig normal. Wir haben uns dennoch erstmal Arvind und Anu, die spontan dazugekommen ist, gewidmet und sehr erfreuliche Fortschritte gemacht. Wir waren aber alle sehr beeindruckt, dass Tangaraj, der nicht die geringste Aufmerksamkeit für sich beansprucht hat, nur durch zuhören und zugucken Brustschwimmen gelernt hat und auch langsam lernt sich auf dem Rücken treiben zu lassen. Alles in allem war es ein sehr lustiger, aber auch erfolgreicher Nachmittag, gefolgt von der Sushiparty.

Unsere letzte Party fing so gut an, super organisiert und tolle Gäste. Gegen neun kam dann leider ein Anruf von Arun, der uns erzählt hat, dass der Complex Manager sich beschwert hat, dass wir hier eine Party mit Alkohol schmeißen. Er hat gedroht alle Namen an das Management von SPS weiterzugeben, wenn nicht innerhalb einer halben Stunde alle weg sind. Für uns ist das alles kein Problem, wir haben keine Konsequenzen zu fürchten, unsere Kollegen aber umso mehr. Die werden da von SPS ziemlich unter Druck gesetzt und wenn da bekannt wird, dass die Alkohol trinken, was nicht einmal alle tun, gibt es ziemliche Probleme. Also haben wir innerhalb von Minuten den Plan entwickelt uns am Strand zu treffen, haben alle Inder vorgeschickt und haben selbst alles an Alkohol, was wir besorgt hatten, in unauffälligen Flaschen zu mischen, damit wir das mitnehmen können. Schließlich hatten wir einen wirklich schönen Abend am Strand, der um zwölf von der Polizei aufgelöst wurde, die jeden Abend um diese Zeit am Strand entlang fährt und alle Leute nachhause schickt. Wir haben die Party unter uns dann zuhause noch bis vier Uhr fortgesetzt. Insgesamt war das alles also keine Katastrophe, sondern trotzdem ein netter Abend. Der Held des Abends ist Arun, der sich mehrfach entschuldigt hat, dass er unsere Party zerstört hat und meint, wir sollen ihm das nächste Mal vorher Bescheid sagen, dann sorgt er dafür, dass sich keiner beschwert - das bedeutet, dass Geld den Besitzer wechseln wird. Der ist zum Glück voll auf unserer Seite und ein super Kerl!

Letztes Wochenende waren wir – inoffiziell mit Arun – in Kodaikanal, einer Hill Station eine Nachtfahrt von hier entfernt, die von britischen Missionaren gegründet wurde und nun ein Paradies für indische Touristen ist. Arun hat eine kleine Hütte am See für uns alle organisiert und einen von SPS gesponserten Kleinbus, Bier für uns besorgt und sich um alles gekümmert. Samstag haben wir dann mit dem Bus die Tour zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten gemacht, die in dem starken Nebel sehr mysteriös und ziemlich gut aussahen. Sonntag waren dann die typisch indischen Touristenbeschäftigungen angesagt: Tretboot fahren auf dem See und dann eine Runde mit dem Fahrrad um den See. Sieben Kilometer, wem das zu weit ist, der kann nach der Hälfte einfach umkehren und zurückfahren . Arun hatte von Samstagabend einen ziemlichen Kater, er hat ja schließlich auch bestimmt zwei Bier getrunken. Seine Frau, die er zu dem Ausflug mitgebracht hat und die sehr lieb ist, hat immer erzählt, er hat Magenprobleme – daran habe ich keinen Zweifel, aber die Ursache ist schon eindeutig. Sehr niedlich. Also haben wir nachmittags Pause gemacht und dann die Kricketschläger ausgepackt. Ich habe die Kameraführung übernommen, aber so ganz hat glaube ich noch immer keiner die Regeln verstanden. Alles was wir glaubten verstanden zu haben wurde durch das desaströse Spiel gegen Pakistan, das wir teilweise angeguckt haben, wieder zunichte gemacht. Montag waren wir noch im Meenakshi Tempel in Madurai, den ich schon beim ersten Mal in Indien besucht habe, dann mussten wir leider wieder zurück.

Im Büro läuft alles wie immer. Ich habe meinen ersten Titel veröffentlicht, die meiste Zeit habe ich wenig zu tun, aber dafür kann ich seit dieser Woche die Le Monde auf dem Computer lesen, was den größten Teil meiner Zeit in Anspruch nimmt. Nächstes Wochenende fahre ich mit ein paar Kollegen nach Vellore, ein Tagesausflug. Alle weiteren Wochenenden sind auch schon ausgebucht, die letzten zwei Monate werden sehr schnell vergehen, aber das sind die ersten vier ja auch. Bald sehen wir uns schon wieder. Bis dahin versuche ich mal wieder häufiger zu schreiben…

21.6.17 07:27

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